Blauer - Kristall
Blauer - Kristall
Die charakteristische Eigenschaft eines Kristalls ist seine
Fernordnung. Der Kristall ist dreidimensional periodisch aus
gleichbleibenden Struktureinheiten aufgebaut. Diese Struktureinheit
heißt Einheitszelle oder Elementarzelle. Ein Kristall
ist ein homogener Körper, denn er ist stofflich und physikalisch
einheitlich. Aber die physikalischen Eigenschaften variieren
mit der Raumrichtung, d. h. ein Kristall ist anisotrop. Die
Wissenschaft, welche die Eigenschaften und Formen von Kristallen
erforscht, ist die Kristallographie. Je nach Ausprägung
der äußeren Form unterscheidet man unbeeinträchtigt
ausgebildete, sogenannte idiomorphe. Kristalle und xenomorphe.
Kristalle, deren äußere Form durch fremde Grenzflächen
bestimmt ist. Der idiomorphe Kristall weist in seiner äußeren
Form auf die jeweilige Kristallstruktur hin. Deshalb sind
z. B. ungestört gewachsene Natriumchloridkristalle (Kochsalz,
Mineral Halit) würfelförmig. Im Regelfall liegt
ein kristalliner Festkörper als Polykristall und nicht
als Einkristall vor, das heißt der Körper besteht
aus vielen kleinen Kristallen (Kristalliten), die durch Korngrenzen
voneinander getrennt sind. Liegen verschiedene Kristallarten
nebeneinander vor, so spricht man von Phasengrenzen. Da die
charakterische Eigenschaft von Kristallen die regelmäßige
Anordnung in allen drei Raumrichtungen ist, sind auch Körper
denkbar, deren Bausteine sich nur in einer oder zwei Raumrichtungen
wiederholen. Dann lässt sich von eindimensionalen und
zweidimensionalen Kristallen sprechen. In der Natur kommen
Membranproteine vor, die sich als zweidimensionale Kristalle
in der Biomembran anordnen. Ein Beispiel ist Bacteriorhodopsin.[3]
In der Strukturbiologie werden 2D-Kristalle gezüchtet,
um die Atompositionen der kristallisierten Makromoleküle
mittels Elektronen-Kryomikroskopie zu ermitteln.
Der Bergkristall
Der Bergkristall besteht, ebenso wie Rauchquarz, Citrin, Amethyst,
Rosenquarz, Chalcedon und Jaspis, aus Quarz. Dieses Mineral,
aus dem sich auch der Sand und die Kieselsteine aufbauen,
ist nach dem Feldspat das häufigste auf der Erde. Die
Formenvielfalt des Bergkristalls ist fast unbegrenzt. Er erscheint
in den ausgefallensten Formen. Da gibt es Doppelender, Zwillingsspitzen,
Phantom Kristalle, Monolithe usw.! Die Kristalle bestehen
in den meisten Fällen aus einer Kombination von Prisma
und zwei Rhomboeden. Es kommen daneben aber auch Pyramiden
und Trapezoederflächen vor. Am häufigsten ist eine
Zwillingsbildung zu beobachten.
Bergkristall
Entstehung:Jeder Bergkristall ist
ein Unikum für sich. Es gibt kaum zwei gleich aussehende,
gleich große Kristalle mit der gleichen Oberfläche.
Bergkristalle sind zwar unbelebte Objekte, wurden aber trotzdem
geboren. Vereinfacht gesagt, wuchsen sie von einem Keim
aus in wässerigen Lösungen zu einem Kristall heran.
Verantwortlich für das spätere Aussehen des Kristalls
waren dabei mehrere Faktoren, wie die Bildungstemperatur,
Druck, Lösungsgenossen sowie Übersättigungsgrad
der Lösung. Die Anlagerung der einzelnen Bausteine
folgte dabei eigenen inneren Gesetzmäßigkeiten.
Fakten und Aberglaube rund um den Bergkristall
In alten Legenden ist die Rede von leuchtenden Palästen,
die sich im Inneren der Berge befinden. Sie sind mit durchsichtigem,
glänzendem Gestein ausgekleidet. Zu ihnen gelangt man nur
durch dunkle Höhlengänge. Es haben nur Auserwählte Zutritt,
die Freundschaft mit dem geheimnisvollen Völkchen der Erdleute,
Zwerge, Gnome, Kobolde und Elementargeister geschlossen
haben. Wer in das unterirdische Reich eingetreten ist, erhält
die "lichten Steine", die im Volksglauben und in der Überlieferung
geradezu die Wirkung des "Steins der Weisen" haben sollen.
Man versprach sich früher von ihnen neue Lebenskraft und
Gesundheit. Bei dem legendären Gestein handelt es sich höchstwahrscheinlich
um Bergkristalle. Diese und auch die anderen edlen Steine
faszinieren die Menschen schon seit jeher. So wie einst,
werden auch heute noch diese Kristalle viel gesucht und
gesammelt. Früher waren es berufsmäßige Sammler, die sogenannten
"Strahler" wie man sie in den Alpen nannte die nicht selten
unter Einsatz ihres Lebens die Bergkristalle aus steilem
Fels bargen, um ihren kargen Lebensunterhalt etwas aufzubessern.
Heute sind es meist Mineralienfreunde, die sich für ihre
Sammlung einen schönen Fund erhoffen. Sie sind fürwahr Meisterwerke
der Natur, diese in der Tiefe unserer Erde entstandenen
Kristalle. Fast jeder, der schon einmal einen schönen klaren
Bergkristall in der Hand hielt oder zumindest einen gesehen
hat, war von ihm angetan. Solche Schätze unserer Erde begeistern
jeden, ganz gleich ob Mineraliensammler oder nicht! Der
Bergkristall wird oft als das Aschenbrödel unter den edlen
Steinen bezeichnet, da er nicht einmal als Halbedelstein
gilt. Er findet sich verhältnismäßig häufig und ist daher
auch relativ billig. Aufgrund seiner Durchsichtigkeit und
seines starken Glanzes wird er oft als Ersatz für teure
Steine verwendet.
Fundorte
Bergkristalle werden vor allem in den Alpen gefunden. Einer der größten Funde wurde im Zinggenstock in der Nähe des Grimsel gemacht. Aus dem sogenannten Kristallkeller barg man mehr als tausend Doppelzentner Bergkristall von einzigartiger Schönheit. Schöne Bergkristalle fand und findet man unter anderem auch im Fichtelgebirge. Ebenso wurden schöne Funde in verschiedenen Gruben, wie etwa in der ehemaligen Schwefelkieszeche "Bayerland" bei Waldsassen oder in der "Johanneszeche" bei Wunsiedel, gemacht. Auch der größte Bergkristall der Welt befindet sich in Bayern. Er ist im Kristallmuseum Riedenburg zu bewundern. Der 7,8 Tonnen schwere, drei mal zwei Meter breite und 1,80 Meter hohe Kristall wurde 1981 in Westarkansas gefunden und fand in Riedenburg eine neue Heimat.
Bergkristall - Beispiele.
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